Befreiung aus der Gehirnwäsche: Daran erkennst du manipulative PartnerInnen. Teil #2

!!! Trigger Warning: In diesem Beitrag werden negative Erfahrungen in Bezug auf Manipulation in Beziehungen thematisiert. Dabei wird kein Blatt vor den Mund genommen und alles klar und deutlich formuliert. Falls du dabei das Gefühl bekommst, dass du dich in solch einer manipulativen Situation befindest, sprich mit einer Vertrauensperson darüber und hole dir Hilfe! Du bist nicht allein und du schaffst das!

—-> Teil #1 findest du hier.

Die manipulative Person schafft eine Realität, in der man sich nicht orientieren kann, völlig hilflos ist und sich selbst nicht mehr glaubt. Damit ist man völlig vom Partner/ von der Partnerin abhängig.

Dazu gehören folgende “Taktiken” der manipulativen Person:

Verbote:

– “An deiner Stelle würde ich nichts mehr mit xx machen, der ist doch verrückt…” (besonders häufig, wenn diese Person deine/n Partner/in kritisiert hat)
“Erzähl’ xx bloß niemandem davon, sonst hat das Folgen, und das willst du doch nicht, oder?”

Dominanz:

Die manipulative Person entscheidet, wann ihr euch seht, möchte Zeit und Ort bestimmen und will oft sehr spontan und viele Treffen. So hat sie immer im Griff, wie der Kontakt zustande kommt.

Kontrolle:

Angebliche Vertrauensbrüche, obwohl du selbst die Person bist, die eigentlich dem anderen nicht mehr so richtig vertrauen kann (und sollte):
“Du musst mir erst wieder beweisen, dass ich dir wieder vertrauen kann. Du hast alles zerstört.”
Was daran absoluter Quatsch ist: Auch wenn es Verhaltensweisen wie z.B. Zuverlässigkeit gibt, die bei Mitmenschen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, uns zu vertrauen, ist Vertrauen immer eine Entscheidung.
PS. Das ist keine Annahme, sondern eine wissenschaftliche Erkenntnis.

Das heißt, egal, was du tust, wenn die andere Person dir nicht vertrauen möchte, tut sie es nicht. Wenn jemand verlangt, dass du ihm Vertrauen beweisen sollst, dann nimm die Beine in die Hand und renn…

“You’re going to feel better soon.”
Photo © Unsplash Alireza Attari

Verdrehte Wahrnehmung/ Gehirnwäsche – man weiß nicht mehr, was wahr ist:

“Eigentlich macht er/sie ja nichts richtig schlimmes… trotzdem gibt es oft Situationen, wo ich ihn/sie verteidige, und irgendwie nicht weiß, ob ich meinen Freunden oder meinem/r Partner/in recht geben soll…”

Frei nach dem Prinzip der Unterdrückung erfindet die manipulative Person Gründe, weshalb ihre Lage und persönlicher Reifegrad deinem eigenen überlegen ist: Obwohl du selbst eine Ausbildung, einen Master, drei Weiterbildungen und einen gut bezahlten Job hast, fühlst du dich neben jemandem im zweiten fast abgebrochenen Langzeitbachelor inkompetent. Hier drückt die manipulative Person dir ihre verzerrte Wahrnehmung einfach von oben auf dich.

// Die manipulative Person verdreht so vieles wie möglich, um sich über dich zu stellen und dir das Gefühl zu geben, dass du sie brauchst.

Schuldzuweisungen:

“Ich habe das Gefühl, schuld daran zu sein, dass es der anderen Person schlecht geht in der Beziehung und sie weist mich auch oft darauf hin.”

Die manipulative Person dreht immer den Spieß herum, spiegelt immer die Verhaltensweisen, die eigentlich die andere Person an den Tag legen “dürfte”, und sagt so etwas wie:

“Du solltest dir lieber mal professionelle Hilfe suchen, ich hab Angst vor dir bekommen, bei dir stimmt etwas nicht”

“Du solltest den Kontakt zu deiner Familie/Freundin XY abbrechen, wenn du mich wirklich liebst. Die sind nicht gut für dich.”

*Hat Techtelmechtel mit anderer Person, trotz monogamer Beziehung, und sagt selbst aber:
“Mich belastet, was du tust.”


Je verworrener und je ungleicher/asymmetrischer die Kräfte der Beziehung sind, desto schwieriger ist es, aufzuwachen und sich zu befreien. Hier kommen immer mehr krankmachende Verhaltensweisen des/der Partners/Partnerin zusammen, auch Gaslighting, physische Gewalt…

Je mehr Zeit man in solch einer toxischen Beziehung verbringt, desto mehr Ängste, Druck, Isolation, Selbstzweifel und Unsicherheiten werden aufkommen. Zunehmend steigt das Gefühl, dass die eigenen Ziele sinnlos und das eigene soziale Umfeld verrückt ist, während das Umfeld und die Ziele der manipulativen Person von ihm selbst als gottgleich dargestellt werden.

// Aus einer Beziehung mit einer manipulativen Person auszubrechen gleicht einer Befreiung aus einem mentalen Gefängnis.

Auch danach noch braucht es oft viel Zeit und Kraft, im Hirn frei zu werden und vieles loszulassen. Es braucht vor allem Zeit, zu verstehen, was passiert ist, wie ein sehr realer Albtraum, aus dem man mit einem Schlag aus dem Bett hochschnellt und zugleich nur sehr langsam aufwacht.

Falls jemand in deinem Freundeskreis davon betroffen ist: Hab Geduld und sei verständnisvoll, so eine Befreiung braucht viel Energie 😉

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